Absturzsicherung für bodentiefe Fenster

Die zeitgenössische Architektur mit dem Wunsch nach lichtdurchfluteten Räumen verlangt immer mehr den Einsatz von bodentiefen Fenstern. Sie werden vermehrt als Gestaltungselement nicht nur im gewerblichen Bereich bei modernen Bürogebäuden gewählt, sondern kommen auch immer öfters im privaten Eigenheimbau zum Einsatz. Diese Fenster müssen insbesondere gegen Absturz gesichert werden, denn anders als bei Balkontüren würde man nach dem Öffnen ins Leere treten.

Absturzsicherungen, auch Umwehrungen genannt, sollen ein Abstürzen von Personen auf tiefer liegende Flächen verhindern. Absturzsicherungen können gemauerte Brüstungen sowie Geländer aus Holz, Metall oder Glas sein. Sie sind bei bodentiefen Fenstern oder Balkontüren immer dann notwendig, wenn die begehbaren Flächen an mindestens 50 bis 100 Zentimeter tiefer liegende Flächen stoßen.

Bei den Bodentiefen Fenstern kommt es darauf an, wie groß der Abstand des Fensters zur tieferliegenden Fläche ist. Dieser Abstand wird als Absturzhöhe bezeichnet. Die Mindestabsturzhöhe ist in Deutschland nicht einheitlich geregelt, sie kann also von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich sein und unterliegt der jeweiligen Landesbauordnung. Das bundesweit vorgeschriebene Mindestmaß für die Brüstung beträgt 80 cm bis zu einer Absturzhöhe von 12 m. Ab einer Absturzhöhe über 12 m sind 90 cm Brüstungshöhe vorgeschrieben. Die Mehrzahl der Bundesländer definiert in Ihrer Landesbauordnung eine Mindesthöhe von 100 cm und ab einer Absturzhöhe von 12 m eine Mindesthöhe der Brüstung von 110 cm betragen.

Absturzsicherung nach DIN28008

Für absturzsichere Verglasungen gilt die Regelung, dass Fenster und Festverglasungen, die nicht auf eine Terrasse oder Balkon führen, von außen mit Sicherheitsglas ausgeführt werden müssen, damit im Schadensfalls kein Glas nach unten fallen kann.

Möglichkeiten zur Absturzsicherung

Zur Absicherung von bodentiefen Fenstern gibt es mehrere Möglichkeiten. Damit das Licht auch mit Absturzsicherung ungehindert den Raum durchdringen kann, sind filigrane Außengeländer die ideale Lösung. Außengeländer am Fenster sind gefragte Designelemente moderner Fassaden.

Glaselemente

Besonders beliebt sind Absturzsicherungen, die einen freien Blick nach außen gewähren. Kommen Glaselemente zum Einsatz, schaut das Auge durch klares oder Ornamentglas und der Blick ins Freie wird nicht durch Stäbe oder Streben gestört. Das Sicherheitsglas gibt es in vielen Designvarianten und muss natürlich sämtliche Prüfnormen erfüllen. Es muss vor allem bei stoßartiger Belastung die absturzsichernde Funktion erfüllen. Die Absturzsicherung kann direkt am Fenster sowohl sichtbar als auch verdeckt befestigt werden. Die Befestigung des Glases ist unabhängig vom Fenstermaterial.

Französische Balkone

Als Französische Balkone bezeichnet man Außengeländer, die zur Absicherung für bodentiefe Fenster oder Fenster mit niedriger Brüstung dienen. Platz für ein gemütliches Frühstück im Freien oder für eine Balkonparty gibt es dort nicht. Sie sind universell und passen auf Holz-, Aluminium- und Kunststofffenster. Es gibt Geländer die nach Standardmaßen ausgewählt oder nach persönlichen Wünschen und Anforderungen angefertigt werden. Sie verlaufen vor der Fensteröffnung und werden an der Fassade, der Laibung oder direkt am Fensterrahmen befestigt. Einige Modelle der Außengeländer können in Verbindung mit Raffrollos und Jalousien eingesetzt werden. Sehr beliebt und besonders gut geeignet für bodentiefe Fenster sind Außengeländer aus Edelstahl. Geschickt platzierte Pflanzen machen aus der Balkonattrappe innen und außen ein wahres Schmuckstück.

Klopfbalkon

Früher waren im städtischen Bereich Klopfbalkone ganz schmale Austritte, die lediglich zum Ausklopfen der Teppiche außerhalb des Fensters dienten. Sie waren durch ein schmiedeeisernes Geländer gesichert und höchstens einen halben Meter breit. Auch in der heutigen Zeit passen bodentiefe Fenster mit einem schmalen Austritt optisch hervorragend zum Baustil eines Gebäudes. Der schmale Austritt entsteht aus einer Beton-, Holz- oder Metallkonstruktion und wird von einem Geländer eingefasst. Klopfbalkone sind zwar etwas aufwändiger, aber für die Fassadengestaltung dafür umso interessanter. Bei Neubau oder Sanierung eines Gebäudes sollte er bereits mitgeplant werden, denn eine Anbringung im Nachhinein ist mit mehr Aufwand verbunden, aber trotzdem nicht unmöglich.

<< zurück zur Übersicht