Wiener Sprosse

Die Herstellung von traditionellen Sprossenfenster ist aufwendig und sehr kostenintensiv, deshalb hat man kostengünstigere Herstellungsvarianten entwickelt, die trotzdem die typische Optik eines Sprossenfensters liefern. Eine Variante davon ist die Wiener Sprosse. Die „Wiener Sprosse“, auch unechte Sprosse, Scheinsprosse oder Denkmalsprosse genannt, ist die Bezeichnung für ein zweiteiliges Fenstersprossensystem. Diese verdankt ihren Namen einer Firma in der Nähe von Wien in Österreich, in der sie erfunden wurde. Das System besteht aus einer inneren und äußeren Attrappe. Bei der sogenannten inneren Attrappe werden in den Scheibenzwischenraum Abstandhalterprofile aus Aluminium eingepasst. Bei der äußeren Attrappe wird ein Sprossenrahmen aus Holz auf die Fensterscheibe geklebt. Aus der Nähe betrachtet soll die Wiener Sprosse den optischen Eindruck vermitteln, dass es sich um ein Fenster mit einzelnen Glasscheiben handelt. Die Sprossen können bei der Wiener Sprosse schmal gehalten werden, da es sich um eine Attrappe handelt und keine einzelnen Scheiben durch die Sprossen miteinander verbunden werden müssen. Fenster mit Wiener Sprossen sind in der Herstellung günstiger, da nicht viele kleine einzelne Isolierglasscheiben gefertigt und miteinander verbunden werden müssen, sondern nur eine große. Der Aluminiumsprossenrahmen muss so zwischen die Isolierglasscheiben eingepasst werden, dass er nicht die Scheiben berührt und somit nicht als Wärmeleiter wirkt. Der aufgeklebte Holzsprossenrahmen muss so gefertigt und aufgeklebt werden, sodass er die Aluminiumprofile zwischen den Verbundglasscheiben exakt abdeckt. Für eine perfekte Optik muss die Fuge zwischen Holzrahmen und Scheibe mit Silikon gefüllt werden. Von Vorteil ist, dass Beschädigungen durch Witterungseinflüsse am Silikon zu keinem Nachteil führen, da die Fuge nur einen optischen Zweck erfüllt und nicht zur Abdichtung dient.

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