Scheibenzwischenraum (SZR)

Heutzutage besteht die Verglasung von Fenstern, Balkon- und Terrassentüren in der Regel aus zwei oder drei Glasscheiben. Der Raum zwischen zwei Glasscheiben ist der sogenannte Scheibenzwischenraum (SZR). Das komplexe Innenleben von 2-fach, 3-fach und 4-fach-Verglasungen wirkt sich auf die Energiebilanz des Fensters aus und kann damit zum Umweltschutz beitragen.

Was ist zwischen zwei Fensterscheiben?

Wenn ein Fenster aus einer Mehrfachverglasung besteht, hat der Abstandhalter die Aufgabe, die einzelnen Scheiben auf Abstand zu halten. Dieser bestand früher häufig aus Aluminium, heute verwendet man dafür jedoch Edelstahl, Kunststoff oder Glasfaserkunststoff (GFK), weil diese Materialien geringere Wärmeleitfähigkeiten als Aluminium haben und für einen besseren Wärmedurchgangskoeffizienten (Uw-Wert) des Elements sorgen.

Durch diesen Abstandhalter entsteht der Scheibenzwischenraum. Er ist in der Regel zwischen 10 mm und 20 mm breit. Wie groß genau der Abstand sein muss, hängt von den Anforderungen an das Fenster ab. Der Abstand hat nämlich einen maßgeblichen Einfluss auf die Wärmedämmung, den Schallschutz und die Sicherheit. Der Randverbund versiegelt den SZR hermetisch und verhindert, dass Feuchtigkeit eindringen bzw. dass das Gas aus dem SZR entweichen kann.

Warum Gas statt Luft im SZR?

Früher wurde der SZR mit getrockneter Luft gefüllt. Heute ist eine Gasfüllung üblich. Dabei kommen die Edelgase Argon, Krypton oder Xenon zum Einsatz. Die Verwendung von Edelgas senkt die Wärmeleitfähigkeit der Glaseinheit, denn das Gas verringert den Temperatur-Austausch zwischen Außen- und Innenluft.

Während bei luftgefüllten Zwischenräumen die Regel gilt, "je größer der Scheibenabstand, desto besser die Isolierung", trifft das auf die mit Edelgas gefüllten Zwischenräume nicht zu. Stattdessen können die Zwischenräume besonders klein sein. Das ist bei besonders großen und schweren Fensterelementen ein wichtiger Aspekt. Wenn der SZR zu groß wird, verschlechtert sich die Wärmeleitung durch das eingeschlossene Gas wieder, da eine Luft-Zirkulation im SZR entsteht. Deswegen empfiehlt es sich, lieber noch eine dritte Glasscheibe in das Isolierglas einzubauen, anstatt die zwei Scheiben zu weit auseinander zu setzen.

Feuchtigkeit im Scheibenzwischenraum?

Wenn die Fensterscheiben im Scheibenzwischenraum beschlagen und / oder sich Kondenswasser im SZR befindet, ist das ein Zeichen dafür, dass der Randverbund undicht ist.

Das kann passieren, wenn ungeeignete Putzmittel verwendet wurden, die die Dichtungen porös werden lassen. Es kann aber auch daran liegen, dass sich das Glas "bewegt". Das ist für das bloße Auge nicht ersichtlich, aber es ist ein normaler Vorgang, dass sich Glas bei Hitze ausdehnt und sich nach außen wölbt und sich bei Kälte zusammenzieht und sich nach innen wölbt. Durch diese Bewegung kann sich der Randverbund verformen und undicht werden. Dann entweicht das Edelgas und es kann Feuchtigkeit in den SZR gelangen, sodass die Fensterscheiben beschlagen.

Vielfältige Möglichkeiten, den SZR zu nutzen

Der Scheibenzwischenraum kann bei modernen mehrfachverglasten Fenstern auch zu dekorativen und praktischen Zwecken genutzt werden.

Sehr beliebt ist die Verwendung von Sprossen im SZR, die sogenannte Helima Sprosse. Aus der Distanz sorgt sie dafür, dass die Fenster wie Sprossenfenster mit echten glasteilenden Sprossen aussehen und sorgt für eine gemütliche Landhaus-Wohnatmosphäre. Sie sind aber deutlich günstiger als echte Sprossen, weil sie einfacher herzustellen sind. Ein weiterer Vorteil ist, dass sich die Fensterscheibe wie gewohnt reinigen lässt.

Mittlerweile gibt es auch die Möglichkeit, Jalousien als Sonnen- und Sichtschutz im SZR einzubauen.

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